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Hochrangige Unterstützung für die Europaregion

PRAG. Es war eine Einladung von besonderem Format: In der Prager Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, auf deren Gelände vor rund 30 Jahren entscheidende Weichenstellungen für ein freies und vereinigtes Europa gelegt wurden, empfing Botschafter Dr. Christoph Israng Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler zu einem persönlichen Gespräch. Begleitet wurde Löffler dabei von Markus Meinke, Leiter der Stabsstelle Europaregion Donau-Moldau beim Bezirk Oberpfalz.

Passend zu dem geschichtsträchtigen Gesprächsort standen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Bayern und der Tschechischen Republik sowie die Europaregion Donau-Moldau im Mittelpunkt der Zusammenkunft. Löffler betonte, dass beide Länder die Chancen der Grenzöffnung 1989 optimal genutzt hätten und heute beiderseits der Grenze über hervorragende Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsdaten verfügen. Wichtig sei es, auch künftig einen Kontakt auf Augenhöhe zu pflegen und einen gemeinsamen Wirtschafts- und Lebensraum zu schaffen, der dem Gedanken eines ungehinderten Austauschs folgt. Die Rückkehr zu nationalen Grenzkontrollen würde diesen Prozess erheblich beeinträchtigen.

Einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der grenzüberschreitenden Kooperationen leistet die Europaregion Donau-Moldau. Die seit 2012 bestehende politische Arbeitsgemeinschaft    zwischen sieben Grenzregionen in Bayern, Österreich und Tschechien verbindet die Menschen im ländlichen Raum zwischen den großen Metropolen Nürnberg, München, Prag und Wien und hat in den vergangenen Jahren viele Erfolge auf dem Gebiet der Vernetzung von Institutionen und Forschungseinrichtungen erzielt. Derzeit befindet sich die Region in einem Transformationsprozess  in Richtung eines Europäischen Verbundes für Territoriale Zusammenarbeit, kurz EVTZ, um ihre Potenziale künftig noch besser nutzen zu können. Dieses Instrument der Europäischen Union würde der Europaregion Donau-Moldau eine eigene Rechtspersönlichkeit verleihen und ihr dadurch neue Handlungsspielräume eröffnen. Gemäß Löffler könnte die Europaregion in der Form eines EVTZ als Operationsplattform fungieren, auf deren Basis sowohl großräumige Projekte für die Gesamtregion als auch binationale Teilprojekte realisierbar sind. Dies würde der bestehenden Zusammenarbeit im ostbayerisch-westböhmischen Grenzraum gleichsam eine neue Qualität verleihen. Die Mitglieder des politischen Präsidiums der Europaregion wollen auf ihrer nächsten Sitzung im September 2018 über die weiteren Schritte in Richtung eines EVTZ beraten.  

Israng unterstrich, dass der grenzüberschreitende Austausch für die Arbeit der Botschaft ein wichtiges Themenfeld sei und sicherte abschließend seine Unterstützung für die weitere Entwicklung der Europaregion Donau-Moldau zu: „Lassen Sie uns wissen, welchen Beitrag die deutsche Botschaft leisten kann. Wir werden Sie gerne bei diesem Prozess begleiten“.