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Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum gemeinsam gestalten

Aktuelle Themen wie Fachkräftemangel  und demografische Entwicklung machen nicht vor Ländergrenzen halt. Dieser Tatsache trug die Veranstaltung „Forschung trifft Wirtschaft“ Rechnung, bei der am 28. Juni 2018 über 60 Vertreter von Hochschulen und Unternehmen aus Österreich, Tschechien und Bayern an der Ostbayerischen Hochschule Amberg-Weiden (OTH) in Weiden zusammenkamen.

Das grenzüberschreitende Fachforum wurde von der Europaregion Donau-Moldau (EDM) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Medizintechnik (IfMZ) der OTH Amberg-Weiden unter dem Motto: „Digitalisierung: Chance für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum“, veranstaltet.

Die Veranstaltungsreihe „Forschung trifft Wirtschaft“ ist eine Gemeinschaftsinitiative der EDM-Wissensplattformen „Forschung und Innovation“ und „Unternehmenskooperationen und Cluster“ und dient der Stärkung der Kooperationsmöglichkeiten von Unternehmen und Forschungseinrichtungen, sowie zur Förderung des Technologietransfers. „Personalisierte Medizin, Telemedizin und E-Health gehören zu fünf Technologiethemen, die von EDM-Experten aus allen Partnerregionen mit dem höchsten Potential für die zukünftige grenzüberschreitende Zusammenarbeit bewertet wurden.“, so Iris Reingruber, Managerin der Wissensplattform „Unternehmenskooperation und Cluster“ in Linz.  Bezirkstagspräsident Franz Löffler und Prof. Dr. Andrea Klug, Präsidentin der OTH Amberg-Weiden, betonten in ihren Grußworten die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und des intensiven Dialogs zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

Bezirkstagspräsident Franz Löffler und OTH Präsidentin Prof. Dr. Andrea Klug richteten die offiziellen Grußworte an die Veranstaltungsteilnehmer

Zahlreiche Präsentationen deutscher, tschechischer und österreichischer Forscher und Unternehmensvertreter machten deutlich, dass bereits heute digitale Lösungsansätze die praktische Arbeit im Gesundheitswesen unterstützen.

Neben technologischen Lösungsansätzen für eine moderne Gesundheitsversorgung und eine Verbesserung der Arzt-Patient-Kommunikation wurde der Einsatz von intelligenten Software- und Cloudlösungen, mHealth-Apps und Virtual Reality vorgestellt. Geforscht wird zudem an smarten Textilien, Plattformen zur Unterstützung der Pflege und einem Kennzahlensystem, das klinische Prozesse transparenter gestaltet. Wie dynamisch der Bereich Medizintechnik ist, bewiesen die Sieger des Hackathons „Hacking Rural Health“, die ihre innovativen digitalen Lösungen für eine verbesserte Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum vorstellten.  

Die abschließende Podiumsdiskussion unter Moderation von Prof. Dr. med. Clemens Bulitta machte die Notwendigkeit deutlich, gemeinsam neue Versorgungsmodelle für den ländlichen Raum zu entwickeln. An vorderster Stelle müsse dabei der Bürger und Patient stehen. „Wir dürfen den Menschen nicht aus dem Auge verlieren, wenn wir über Technik sprechen. Denn die Digitalisierung kann ihn nicht ersetzen, aber ausgezeichnet unterstützen“, so Prof. Dr. med. Clemens Bulitta. Bei der Bewältigung aktueller und zukünftiger Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung kann es zudem helfen, Kompetenzen grenzüberschreitend zu bündeln und von anderen Ländern zu lernen. „Ich habe heute festgestellt, dass wir tatsächlich auf beiden Seiten ähnliche Probleme haben, so Jan Karásek, Leiter der Abteilung für Gesundheitswesen des Pilsner Bezirksamtes.

„Um die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitsbereich zu meistern, leisten Hochschulen und Unternehmen wichtige Beiträge, liefern Lösungen und neue Technologien. Viele dieser Ansätze hat die heutige Veranstaltung vorgestellt. Es wurde einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, Kompetenzen zu bündeln und Netzwerke zu knüpfen“, resümierte Barbara Stadler, Managerin der Wissensplattform „Forschung und Innovation“ beim Bezirk Oberpfalz. Abgerundet wurde das Fachforum durch Informationsmöglichkeiten an Ausstellerständen, eine Führung durch die hochmodernen Medizintechnik-Labore der OTH am Standort Weiden und zahlreiche Möglichkeiten zum Austausch unter den Teilnehmern.

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Die Europaregion Donau-Moldau wir durch das Bayerische Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat im Rahmen der Regionalmanagement-Förderung gefördert.