Bewusstsein für heimischen Fisch schärfen

SCHWANDORF/REGENSBURG. „Traditionelles Handwerk trifft junge Ideen“ – unter diesem Motto eröffneten am Mittwoch Bezirkstagspräsident Franz Löffler und Luitpold Edenhart, Vorsitzender des Fischereiverbands Oberpfalz, die Oberpfälzer Fischsaison 2017. Zu Gast war man in diesem Jahr beim jungen Teichwirt Marco Mulzer in Schwandorf-Klardorf, der den Betrieb von seinem Großvater Georg übernommen hat und nun für die Zukunft weiterentwickeln möchte.

„Wir wollen mit dieser Veranstaltung den heimischen Fisch und die Oberpfälzer Teichwirtschaft in das Bewusstsein der Bevölkerung rücken“, begründete Löffler den Aktionstag. Die Teichwirte stünden vor großen Herausforderungen: Neben der zunehmenden Bürokratie seien dies insbesondere die Fischräuber wie Kormoran und Fischotter. „Dieses Thema bewegt uns“, so Löffler. Schließlich gehe es um die Existenzgrundlage der Fischer und Teichwirte sowie um die Zukunft der Oberpfälzer Kulturlandschaft. Keiner wolle die Ausrottung einer Tierart, verdeutlichte Löffler, es gehe vielmehr um ein natürliches Gleichgewicht. Umso wichtiger seien regionalspezifische Lösungen für Probleme mit Kormoran und Co, die allerdings keine langwierigen Entscheidungsprozesse dulden können.

Löffler appellierte an die Bevölkerung, beim Fischkauf heimische Ware zu bevorzugen, denn auch damit könne man die Oberpfälzer Teichwirte unterstützen. „Oberpfälzer Fisch steht für Regionalität, Identität und für die Erhaltung einer großartigen Kultur“, zeigte sich der Bezirkstagspräsident überzeugt.

Mit dem Anspruch, die traditionelle Karpfenteichwirtschaft mit modernen Ideen zu verbinden, tritt Marco Mulzer in die Fußstapfen seines Großvaters. „Ich möchte die Fischzucht nicht nur aufrechterhalten, sondern voranbringen“, so sein Ziel. Die Nachfrage nach Fischen aus der Region sei durchaus gegeben und steige auch an, allerdings seien die Rahmenbedingungen nicht immer einfach, verdeutlichte Mulzer.

Der Fischhof Mulzer ist seit 1792 in Familienbesitz und produziert nicht nur Fische, er veredelt sie auch. Zahlreiche Restaurants in der Region wie auch in Passau und München zählen zu seinen Kunden. Man sei auch auf Märkten und Festen in der Region präsent, um das Geschäft bekannter zu machen. „Man muss offensiv auf die Menschen zugehen, denn als kleiner Betrieb ist es nicht einfach, seine Produkte an den Mann zu bringen“, erläuterte der Jungunternehmer.

Dass der Termin zur Fischsaisoneröffnung so kurz vor der Allerweltskirchweih „bestens gewählt“ sei, hob der Vorsitzende des Fischereiverbands Oberpfalz, Luitpold Edenhart, hervor. Schließlich kommen an diesem Tag nicht nur Gans, Ente und Küchl auf den Teller, sondern traditionell Karpfen. Auch er appellierte an die Verbraucher, durchaus öfter Gerichte mit heimischem Fisch auf den Speiseplan zu nehmen, nicht nur an traditionellen Festtagen. Denn Fisch sei ein „wohlschmeckendes und leicht verdauliches, gesundes Lebensmittel, das alle Ernährungsansprüche erfüllt“.

Der Bezirk Oberpfalz und der Fischereiverband Oberpfalz eröffnen seit 2006 die Oberpfälzer Fischsaison. Die Veranstaltung steht jedes Jahr unter einem bestimmten Motto und möchte so die unterschiedlichen Aspekte der Oberpfälzer Fischwirtschaft beleuchten. Ebenso unterschiedlich sind auch die Regionen, in denen die Veranstaltung bereits stattfand. Die Förderung und Unterstützung der Fischerei und Teichwirtschaft zählt zu den Aufgaben des Bezirks Oberpfalz. Er erfüllt diesen Auftrag zum einen durch die Fachberatung für Fischerei, zum anderen durch den Teichwirtschaftlichen Beispielsbetrieb Wöllershof (Kreis Neustadt a. d. Waldnaab), in dem mit viel Praxiserfahrung alle Fragen rund um Fisch und Teiche beantwortet werden.


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