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Positiv überrascht von den Leistungen des Bezirks Oberpfalz

REGENSBURG. Auf Einladung des CSU-Ortsverbandes Ammersricht-Wagrain (Stadt Amberg) besuchte eine Busgruppe aus dem Stadtteil das Gelände des Bezirks Oberpfalz in Regensburg und konnte sich aus erster Hand über die Aufgabenfülle informieren. Ermöglicht und organisiert hatte die Tour Oberpfälzer Bezirksrat und Amberger Bürgermeister Martin J. Preuß mit Unterstützung der Bezirksverwaltung.

Viele Aufgaben, die die Kommunen alleine nicht leisten können

Einleitend bat Martin Preuß die Gäste, anzuzeigen, wer bereits Kontakt mit dem Bezirk hatte; nur vereinzelt schien dies der Fall zu sein.

Bei seiner Begrüßung erläuterte der Leiter der Bezirkshauptverwaltung, Hermann Krauß, die Geschichte des Bezirks Oberpfalz, den organisatorischen Aufbau, die Umlagenfinanzierung durch die kreisfreien Städte und Landkreise der Oberpfalz und gab einen ersten Überblick über die Aufgaben des Bezirks. Dabei spannte er den Bogen von der Brauchtumspflege und Kulturförderung, über die Teichwirtschaft bis hin zum Sozialbereich und den medizinischen Einrichtungen der medbo. Weil diese Aufgaben die Kommunen nicht alleine sinnvoll stemmen können, kümmert sich der Bezirk Oberpfalz um sie.

Menschenwürdiges Leben

Dr. Benedikt Schreiner stellte als Leiter der Bezirkssozialverwaltung das Spektrum seines Aufgabenbereichs dar. Hier zeigte sich, dass soziale Sicherung vom Kindesalter bis zum Lebensabend reicht. Wichtigste Aufgabe des Bezirks sei dabei die Trägerschaft für die überörtliche Sozialhilfe. Die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung oder die Finanzierung von menschenwürdigen Leben bei Pflegebedürftigkeit im Alter seien weitere wichtige Aufgaben.

Gesundheit für die Oberpfalz mit 3.000 Beschäftigten

Spannend und aufklärend war der Einblick in das gesunde und erkrankte menschliche Gehirn mit Prof. Dr. Thomas Baghai, medizinischer Direktor der medbo (Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz). Prof. Dr. Baghai gab einen Überblick über die unterschiedlichen Krankheitsbilder aus den Fachbereichen der Psychiatrie und Neurologie, die an den sechs medbo Standorten in der Oberpfalz behandelt werden. Neben der Diagnose und Therapie stellte der Psychiater exemplarisch auch die neuesten Forschungsergebnisse vor, die das Zusammenspiel von Gehirn und Darm untersuchen. Beeindruckt waren die Besucher von der Größe der medbo mit rund 3.000 Beschäftigten und dem stetigen Wachstum an allen Standorten.

Beste Behandlung bei Schlaganfällen

Dieser flächendeckende Einsatz für die Gesundheit der Oberpfälzer wird insbesondere auch deutlich beim Projekt TEMPIS. Ein Schlaganfall kann durch die Verstopfung eines Blutgefäßes oder eine Blutung im Gehirn verursacht werden: Ärzte in einer Oberpfälzer Klinik, in der der Patient liegt, arbeiten über Telemedizin mit den medbo-Experten aus der Neurologie zusammen, um über die lebensentscheidend richtige Diagnose und Behandlung zu befinden.

Erste Besucher in der Jugendforensik

Der zweite Teil des Besuches führte die Gruppe in den Maßregelvollzug: Das individuelle Behandlungskonzept ist laut Dr. Wolfgang Mache, Ärztlicher Direktor der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie am Bezirksklinikum Regensburg, entscheidend für ein Leben ohne Straftat nach der Entlassung. Besonderer Wert wird deshalb auf die umfangreiche Schulung des Klinikpersonals gelegt, um professionell mit den Straftätern im gerichtlich angeordneten Maßregelvollzug umzugehen. Die jährlich rund 200 stationär und 300 ambulant behandelten psychisch oder suchtkranken Straftäter müssen lernen, alte Strukturen zu ersetzen, damit ein straffreies Leben gelingt. Die Forensik-Patienten erfahren ein individuelles Behandlungskonzept mit Therapieformen wie Gruppen- und Einzelgesprächen, Arbeits- oder Sporttherapie. Zwei Drittel der suchtkranken Straftäter werden im zukunftsentscheidenden ersten Jahr nach der Entlassung nicht wieder straffällig, bei den psychisch kranken Straftätern schaffen über neunzig Prozent ein straffreies Leben.

Bei einer Führung vor Ort konnten sich die Besucher von den hohen Sicherheitsmaßnahmen in der Klinik überzeugen. Als erste Besucher durften die Amberger sich in der nahezu fertiggestellten Jugendforensik umsehen, die voraussichtlich im Dezember eröffnet wird.

Beim Rundgang über das Gelände und den Besuch der Kantine „medborante“ konnten die Ammersrichter einen guten Eindruck gewinnen, wie sich der Bezirk in Zeiten des Fachkräftemangels auch als attraktiver Arbeitgeber präsentiert.

Den Schluss des offiziellen Tagesprogramms bildete eine Stadtführung zum Thema „Regensburg – eine historische Stadt erleben“. Am Ende des Tages wurde - ausgehend von der Fragestellung von Martin Preuß, wer denn bisher schon mit dem Bezirk zu tun hatte – völlig anders beantwortet. Die meisten mussten feststellen, dass sie bei unterschiedlichsten Anlässen schon die Dienstleistungen des Bezirks in Anspruch genommen hatten.

(Der Artikel wurde uns freundlicherweise von Herrn Martin Schafbauer zur Verfügung gestellt)