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Auf Informationsreise beim Bezirk Oberpfalz in Regensburg

REGENSBURG. Ehrenamt verdient Anerkennung: Diesem Grundsatz folgend hatte Bezirkstagspräsident und Landrat Franz Löffler rund 50 ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger aus der Stadt und Region Waldmünchen in die Bezirksverwaltung nach Regensburg eingeladen. „Der Bezirk ist mit seinen Einrichtungen und Zuschüssen in der gesamten Oberpfalz vor Ort präsent“, betonte Löffler und verdeutlichte dies anhand zahlreicher Beispiele. So arbeiten seit 2015 die Fachärzte des medbo-Zentrums für Psychiatrie im SANA-Kreiskrankenhaus Cham Tür an Tür mit ihren Kollegen, die Erkrankungen des Körpers behandeln. „Kurze Wege und barrierefreie Zugänge erhöhen die Chance, dass sich Menschen mit psychischen Problemen frühzeitig in Behandlung begeben“, betonte Präsident Löffler.

Bezirk fördert Gesundheit, Soziales und Kultur im Raum Waldmünchen

Der Bezirk verwirklicht Inklusion, indem er die Träger sozialer Einrichtungen fördert, die für Menschen mit Behinderung wohnortnah Beschäftigung und Wohnmöglichkeiten schaffen. So gibt er Geld für die Förderstätte Waldmünchen und das in Bau befindliche Wohnheim mit 24 Plätzen in Trägerschaft der Barmherzigen Brüder Reichenbach.

„Das Thema Pflege ist die Herausforderung unserer Zeit“, stellte Löffler fest. Die Bezirke in Bayern sind die Ansprechpartner für alle Hilfen aus einer Hand, seitdem der Gesetzgeber auch die ambulanten Hilfen in die Hand der Bezirke gegeben hat. „Der Bezirk Oberpfalz bietet unabhängige und wohnortnahe Beratung“, sagte Löffler und verwies auf das neu geschaffene  oberpfalzweite Beratungsangebot, das im November im Landratsamt Cham startet. „Wenn es notwendig ist, besuchen die Fachleute des Bezirks die Menschen auch zu Hause“, verdeutlichte der Bezirkstagspräsident. Die kostenlose Erstberatung umfasst alle Fragen in der Hilfe zur Pflege und für Menschen mit Behinderung.

Seit Mitte des Jahres ist der Bezirk Hauptträger der Jugendbildungsstätte Waldmünchen. „Die außerschulische Bildungsarbeit des Hauses trägt wesentlich dazu bei, dass aus jungen Menschen selbstbewusste und leistungsfähige Erwachsene werden“, stellte Löffler heraus. Das Haus habe Anteil daran, dass die Jugendhilfekosten im Landkreis in diesem Jahr erstmals nicht weiter gestiegen seien.

Mit Zuschüssen zu den Festspielen in der Oberpfalz und Förderzusagen von der Denkmalpflege bis zum Musikinstrumentenkauf sorgt der Bezirk auch für die Kultur und stärkt die Oberpfalz Identität. Und für rund 3500 Beschäftigte in den bezirkseigenen Einrichtungen und rund 10.000 Arbeitskräften bei den Trägern sozialer Einrichtungen in der gesamten Oberpfalz sichert der Bezirk das Einkommen.

medbo bildet den eigenen Fachkräftenachwuchs aus

An sechs Standorten in der Oberpfalz sorgt der Bezirk in Kliniken, Tageskliniken, Ambulanzen und Heimen für die neurologische und psychiatrische Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger. „Als Kommunalunternehmen des Bezirks Oberpfalz arbeiten wir wirtschaftlich, aber nicht profitorientiert und sind dem Gemeinwohl verpflichtet“, machte Horst Meisinger, medbo-Direktor im Bereich Personal, deutlich. Zur Fachkräftegewinnung geht die medbo neue Wege: So können sich Medizinstudenten für ein Stipendium und die Studienbetreuung durch Fachärzte bewerben, wenn sie sich nach erfolgreichem Studienabschluss verpflichten, an einem der fünf medbo-Standorte außerhalb Regensburgs eineinhalb Jahre zu arbeiten. Auch im Berufsfeld Pflege hat die medbo ein breites Angebot zu bieten: Im September haben 19 künftige Pflegefachhelfer und 64 angehende Gesundheits- und Krankenpfleger die Ausbildung aufgenommen. „Wir wollen im eigenen Unternehmen den Nachwuchs an Fachkräften weiter stärken“, sagte Meisinger.

Spitzenforschung am Bezirksklinikum in Regensburg

Professor Jens Schwarzbach, Leiter der AG Biomedizinische Bildgebung am Lehrstuhl für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg am Bezirksklinikum, berichtete über die neue Rolle der Bildgebung in der Psychiatrie. Mit bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanzspektroskopie wurden bisher vor allem hirnorganische Ursachen bei psychiatrischen Erkrankungen, wie zum Beispiel Tumore, untersucht. Forscher des Bezirksklinikums können mithilfe dieses Verfahrens mittlerweile feststellen, inwieweit Depressionen mit Störungen des Stoffwechsels einhergehen. Mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie können die Fachärzte die Auswirkungen verschiedener angstlösender Medikamente auf unterschiedliche neuronale Systeme im Gehirn untersuchen. Beide Verfahren sollen dazu dienen, Medikamente in der Psychiatrie zielgerichteter einsetzen zu können und Nebenwirkungen zu reduzieren.

Der Bezirk geht offen mit seiner eigenen Geschichte um

Schon am Vormittag hatte medbo-Mitarbeiter Bruno Feldmann den Besuchern die vor zwei Jahren neu gestaltete T4-Gedenkstätte beim Zugang zur Krankenhauskirche St. Vitus vorgestellt. Der Ort erinnert an das Schicksal der 641 psychisch kranken und behinderten Menschen, die während der NS-Zeit 1940/41 aus der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Karthaus-Prüll in die Tötungsanstalt Hartheim bei Linz deportiert und dort ermordet wurden. Anschließend erläuterte der Kunsthistoriker den reichen kirchenhistorischen Schatz der Krankenhauskirche St. Vitus, die zum 997 gegründeten Benediktinerkloster Prüll gehörte. Die im Jahr 1110 geweihte Hallenkirche war von 1484 bis zur Säkularisierung 1803 in der Hand Karthäuserordens. Bis 1852 wurde das Areal dann als Biergarten genutzt, danach wurde die Königliche Kreisirrenanstalt Karthaus-Prüll eröffnet, die Vorgängerin des heutigen Kommunalunternehmens „Medizinische Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz“.

Am Nachmittag konnte die Besuchergruppe das Regensburger Weltkulturerbe besichtigen, bevor der erlebnisreiche Ausflug mit einem Abendessen im Gasthof Adlersberg ausklang.

Waldmünchens 3. Bürgermeister Karl-Heinz Hendl bedankt sich bei Bezirkstagspräsident und Landrat Franz Löffler für die Einladung nach Regensburg