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Kreative Stärke, künstlerische Vielfalt und herausragende Qualität

WALDERBACH (LANDKREIS CHAM).
Lebendig, vielseitig und enorm kreativ – diese Qualitätsprädikate für das Kulturschaffen aus der Oberpfalz betonte Bezirkstagspräsident Franz Löffler bei der Vergabe des Kulturpreises 2018  im ehemaligen Zisterzienserkloster Walderbach. „Die 25 Bewerbungen in den diesjährigen Kategorien Chor, Druckgrafik und Kabarett zeigen: Der Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz findet Anerkennung und wird wertgeschätzt“, so Löffler.

Ausgezeichnet wurden der Chor „Lehra und Mehra“ aus Cham, der Regensburger Künstler Jonas Höschl und der Musikkabarettist Martin Schönberger aus Runding (Landkreis Cham). Der Kulturpreis der Oberpfalz ist mit jeweils 3.500 Euro dotiert.

„Der Gesang und die Oberpfalz, das passt sehr gut zusammen“, lobte Bezirkstagspräsident Löffler den 47-köpfigen Chor „Lehra und Mehra“, der die Bühne mit rhythmischen Dynamik „zum Beben“ brachte, wie Bezirksrat und Kulturreferent Thomas Gabler den starken Auftritt der Gruppe beim Festakt hervorhob. Im Jahr 2000 hatte der an der Franz- Liszt-Hochschule in Weimar ausgebildete Musikpädagoge Andreas Ernst aus Pemfling zusammen mit acht Lehrern des Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasiums Cham den Chor gegründet. Im Lauf der Jahre stießen ehemalige Schüler und deren Eltern dazu, das Repertoire umfasst mittlerweile Chorstücke der klassischen Musik bis zu Rock und Pop. Bezirkspräsident Löffler lobte die Leidenschaft und Gesangsfreude bei den Auftritten und den Einfallsreichtum der Gruppe: dem Publikum werden bei Mitsingkonzerten oder mit Lichtinstallationen immer wieder neue Konzerterlebnisse geboten. „Lehra und Mehra“ sind aber auch ein soziales Projekt: Die wöchentlichen Proben und die Reisen zu Auftritten schaffen ein echtes Gemeinschaftsgefühl. Und die Einnahmen aus den Konzerten werden für soziale Projekte in der Heimat und in den Krisenregionen der Welt gespendet.


Bezirkstagspräsident Löffler (Mitte) mit Bezirksheimatpfleger Dr. Appl (links) und Preisträger Höschl (rechts)
Mit dem Kulturpreis im Bereich Druckgrafik wurde der junge Regensburger Künstler Jonas Höschl ausgezeichnet, der seit 2015 an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg studiert. Bezirksheimatpfleger und Laudator Dr. Tobias Appl bezeichnete Höschl als „Sichtbarmacher“, der sich in seinen Arbeiten auf sehr intensive Art mit den Schattenseiten und Ungerechtigkeiten unserer Zeit auseinandersetze. So machte Höschl bei seinem Aufenthalt als Flüchtlingshelfer auf der griechischen Insel Lesbos Fotografien der Ankommenden, zeichnete diese ab und setzte sie dann in eindrucksvolle Holzschnitte um. Appl lobte die hohe künstlerische Qualität der sehr aufwendigen Drucktechniken. Der Künstler präsentiert seine druckgrafischen Werke auch mit  Video- und Audioinstallationen. Seine Arbeiten finden bundesweit Anerkennung. 2017 erwarb die Sparkasse Nürnberg ein Werk des Künstlers für seine renommierte Ausstellung.

Mit einer launig-fulminanten Rede stellte der Bezirksmedaillen-Träger und Altneihauser-Feierwehrkommandant Norbert Neugirg Bezirkstagspräsident Löffler (rechts) mit dem Preisträger Binser (Mitte) und Laudator Neugirg (links)seinen Berufskollegen Martin Schönberger vor. Nach jahrelanger Tätigkeit als Kassier und Kartenabreißer in der Rundinger Liederbühne wagte dieser sich nach dem kurzfristigen Ausfall eines Künstlers selbst auf die Bühne. Schönberger tritt mittlerweile rund 130 Mal im Jahr im gesamten süddeutschen und österreichischen Raum „bekanntermaßen unter einem falschen Namen auf“, stellte Neugirg fest. Als Helmut A. Binser überzeugt er durch  „hintersinnige und zum Teil bitterböse, aber durch seine Selbstironie nie verletzende“ Texte , hat drei Cd’s vorgelegt und 2016 seine Erfahrungen „Von einem, der wegzog und wieder heimfand“ als Buch verarbeitet. Im Rundinger Dialekt zeichnet er „als Botschafter der Oberpfalz“ ein ironisch-kritisches wie auch liebevolles Porträt seiner ländlich geprägten Oberpfälzer Heimat. Neugirgs Finale in der Laudatio sorgte für den Kracher des Abends: „Sollten sich im Lehra und Mehra-Chor singende ehemalige Lehrer Binsers gedacht haben: Hätte sich der Binser in der Schule besser angestrengt, könnte er einen ordentlichen Beruf haben, statt als Kabarettist sein Geld zu verdienen“.  Neugirg brachte aber auch die mögliche Sichtweise Binsers auf den Punkt: „Hättet Ihr Lehrer was Gescheites gelernt, müsstet Ihr Euer Preisgeld nicht unter 47 Chormitgliedern aufteilen."