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Denkmalpflege mit Leidenschaft und Sachverstand

WALDERBACH (LANDKREIS CHAM). Der Festsaal des ehemaligen Zisterzienserklosters Walderbach war gestern für Bezirkstagspräsident Franz Löffler und die zahlreichen Gäste der würdige Rahmen für die diesjährige Verleihung des Denkmalpreises 2018 des Bezirks Oberpfalz. Aus den 36 Bewerbungen hatten die Juroren zwei „wirklich beeindruckende“ Preisträger ausgewählt, so der Präsident des Bezirkstags der Oberpfalz. Ausgezeichnet wurden das „Gelebte Museum“, ein kommunales Objekt des Marktes Mähring (Landkreis Tirschenreuth) und die in Privatbesitz befindliche ehemalige Burgkapelle St.Oswald/Auburg bei Barbing. Beide Preisträger erhielten für ihre vorbildliche, mit Fachleuten für Denkmalpflege abgestimmte Sanierung jeweils 5.000 Euro Preisgeld.

Rund 6.600 Stunden Eigenleistung hatten über 100 engagierte Bürgerinnen und Bürger zwischen acht und achtzig Jahren in die Sanierung  des vom Verfall bedrohten, 1829 erbauten Schulhauses in der Ortsmitte von Mähring (Landkreis Tirschenreuth) gesteckt. Unterstützt durch Fördermittel des Bezirks Oberpfalz und zahlreicher öffentlicher Geldgeber ist ein „Gelebtes Museum“ entstanden. „Mit Herzblut, Engagement, Geduld und Fingerspitzengefühl haben Sie die Geschichte und Kultur der Region sichtbar und erfahrbar gemacht“, lobte Bezirksrat und Kulturreferent Thomas Gabler den 3. Mähringer Bürgermeister Franz Schöner und seine zur Preisverleihung zahlreich angereisten Mitstreiter. Geschaffen wurden drei Museumsräume zur Geschichte Mährings und eine Ausstellung über das unter dem kommunistischen  Regime nach dem Krieg zerstörte böhmische Dorf Lohhäuser. Außerdem entwickelt sich das „neue bauliche Herz des Marktplatzes“, so der Laudator, zu einem Ort der Begegnung für die sechs Mähringer Vereine.

Die in dem Festakt ebenfalls ausgezeichnete Eigentümerfamilie Gerl der Burgkapelle St. Oswald/Auburg“ hat ebenfalls einen Raum geschaffen, der für die öffentliche Nutzung immer wieder zugänglich gemacht wird. Die eigentliche Auburg bei Barbing wurde im 30-jährigen Krieg zerstört. 1715 wurde über den Vorgängerbau die heute noch existierende Burgkapelle St. Oswald errichtet. Um die Jahrtausendwende war der Bau vom Verfall bedroht. Eine Gemeinschaftsinitiative des Eigentümers, des Förderkreises „Freunde der Auburg“, der Gemeinde Barbing, einer Architektin und des Landesamtes für Denkmalpflege sorgte für die sachgerechte Sanierung. „Dabei haben die Macher die Schlichtheit des Baus besonders beachtet“, stellte Kulturreferent Gabler die bereits mehrmals ausgezeichnete denkmalpflegerische  Leistung heraus. Öffentlich zugänglich macht die Familie Gerl die Burgkapelle bei Konzerten und anderen Kulturveranstaltungen. Der Eigentümer verband seinen Dank an den Bezirk mit einer Konzerteinladung an den mit einem Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz ebenfalls ausgezeichneten Chor „Lehra und Mehra“.

„Menschen, die sich für den Erhalt denkmalgeschützter Gebäude einsetzen, schaffen Heimat“, machte Bezirkstagspräsident Löffler deutlich. Der Bezirk Oberpfalz fördert dabei mit rund einer Million Euro im Jahr, mehr als jeder andere Bezirk im Bayern. Denkmäler sind lebendige Zeugen der Geschichte, geben der Heimat ein Gesicht und stiften Identität. „Deshalb haben sich die Bewerber und die diesjährigen Preisträger besonders um die Oberpfalz verdient gemacht“, stellte Bezirkstagspräsident Löffler heraus.

Bezirkstagspräsident Franz Löffler mit dem Preisträger „Gelebtes Museum Mähring“.