Schrift
Home >> Aktuelles >> Presseinformationen
„Gratwanderung“ zwischen zwei Welten

 

WEIDEN. Die Regionalbibliothek Weiden ist derzeit auch Kunstgalerie: Bis Ende Oktober ist dort die Ausstellung „Gratwanderung“ – eine Gemeinschaftsschau des Bezirks Oberpfalz, des Vereins „Irren ist menschlich“ und der Katholischen Jugendfürsorge für die Diözese Regensburg zu sehen. Bezirkstagvizepräsident Lothar Höher eröffnete heute die Ausstellung zusammen mit Klaus Nuißl (Verein „Irren ist menschlich“) und Sabine Guhl, Leiterin der Regionalbibliothek in Weiden.

Die Ausstellung zeigt 33 Werke von 29 Künstlern mit seelischer Krisenerfahrung und möchte explizit auf die Ausgrenzung psychisch kranker Menschen aufmerksam machen. „Menschen mit psychischer Erkrankung sind nicht ‚die anderen‘, sondern ein Teil unserer Gesellschaft“, erläuterte Höher. Gerade die Bezirke, die für Kunst und Kultur ebenso verantwortlich seien wie für Inklusion, wollten diese Bereiche stärker miteinander verbinden. „Und dieses Projekt ist nun ein sehr gelungener Schritt hierzu“, so Höher, der auch betonte, wie viel Fortschritte man bei der Akzeptanz von psychischen Erkrankungen gemacht habe.

Die Ausstellung wolle zum Nachdenken anregen und Impulse geben, erläuterte Klaus Nuißl die Intention des Vereins „Irren ist menschlich“, die ausgewählten Werke in einer Schau zusammenzustellen. Schließlich beeinflusse meist auch ein Etikett – hier: die seelische Krisenerfahrung – die Wahrnehmung eines Kunstwerks durch den Betrachter, gab er zu bedenken.

Entstanden ist „Gratwanderung“ aus einem künstlerischen Wettbewerb anlässlich des 20jährigen Bestehens des Vereins „Irren ist menschlich“ im vergangenen Jahr. Der Verein setzt sich erfolgreich für die Belange von Menschen mit Psychiatrieerfahrung ein und ist zu einer „festen Größe“ in der psychiatrischen und psycho­sozialen Landschaft Regensburgs und der Oberpfalz geworden.

Aus 80 eingesandten Bewerbungen wählte eine Jury 33 Werke von 29 Künstlern aus, die in der Ausstellung zu sehen sind – Zeichnungen, Skulpturen und Objekte. Darunter sind auch die mit Preisen ausgezeichneten Werke von Tone Schmid (Weiden; 1. Preis), „Hope“ (Pseudonym), „Harriett Burden“ (Pseudonym) und Johannes Frank (Regensburg; jeweils 2. Preise). Sie wandern seit fast einem Jahr durch die Oberpfalz und werden dies auch noch ein weiteres Jahr machen.

Zunächst ist die Ausstellung nun bis 30. Oktober in der Regionalbibliothek Weiden (Scheibenstraße 7) zu den regulären Öffnungszeiten (Dienstag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 18 Uhr, Donnerstag von 10 bis 20 Uhr sowie Samstag von 9 bis 12 Uhr, Montag geschlossen) zu sehen. Der Eintritt ist frei. Nächste Station wird Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach) sein, ehe sie Anfang 2019 nach Amberg weiterzieht.