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„Gratwanderung“ zwischen zwei Welten

 

KALLMÜNZ/REGENSBURG. Von 2. bis 30. August ist die Ausstellung „Gratwanderung“ im Alten Rathaus in Kallmünz (Marktplatz 1) zu sehen. Mit dem außergewöhnlichen Ausstellungsprojekt wollen Bezirk Oberpfalz, die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg (KJF) und der Verein „Irren ist menschlich“ auf die Ausgrenzung psychisch kranker Menschen aufmerksam machen. Zu sehen sind rund 30 Werke von 29 Oberpfälzer Künstlern mit seelischer Krisenerfahrung. Geöffnet ist die Schau jeden Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei!

Kulturreferent und Bezirksrat Thomas Gabler eröffnet in Vertretung von Bezirkstagspräsident Franz Löffler am Donnerstag, 2. August um 19.30 Uhr die Ausstellung. Die Öffentlichkeit ist hierzu herzlich eingeladen.

„Das Ausstellungprojekt ist ein perfekter Beitrag zur Inklusion“, hebt Schirmherr Bezirkstagspräsident Löffler hervor, der auch von einer gelungenen Verbindung zweier Aufgabenbereiche des Bezirks Oberpfalz spricht: der psychiatrischen Versorgung der Menschen in den bezirkseigenen medizinischen Einrichtungen und der Kulturarbeit des Bezirks. Besonders freut es Löffler, dass sich der Verein „Irren ist menschlich“ getraut habe, das künstlerische Schaffen von Menschen mit seelischen Krisen in die Öffentlichkeit zu tragen. „Denn die Herausforderungen, die psychisch kranke Menschen mit sich tragen, interessieren viele nicht“, ist Löffler überzeugt.

Zu sehen sind Zeichnungen, Skulpturen und Objekte, darunter auch die mit Preisen ausgezeichneten Werke von Tone Schmid (Weiden), „Hope“ (Pseudonym), „Harriett Burden“ (Pseudonym) und Johannes Frank (Regensburg).

„Für psychisch kranke Menschen ist Ausgrenzung eine der häufigsten Barrieren für die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft“, erklärt Bezirkstagspräsident Franz Löffler, „das Projekt ‚Gratwanderung‘ bietet eine Möglichkeit, diese Thematik auf besondere Art und Weise an die Öffentlichkeit heranzutragen, die der Bezirk Oberpfalz gerne unterstützt.“

Entstanden ist die Wanderausstellung aus einem künstlerischen Wettbewerb anlässlich des 20jährigen Jubiläums des Regensburger Vereins „Irren ist menschlich“. Der Verein setzt sich erfolgreich für die Belange von Menschen mit Psychiatrieerfahrung ein und ist zu einer „festen Größe“ in der psychiatrischen und psycho­sozialen Landschaft Regensburgs und der Oberpfalz geworden. 

Kallmünz ist nach Regensburg, Beratzhausen, Cham und Erbendorf die fünfte Station der Ausstellung, die anschließend ihren Weg durch die Oberpfalz fortsetzt. Nächster Ausstellungsort ist ab 3. September Parsberg.