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Die Zukunft fest im Blick

 

Die Europaregion Donau-Moldau (EDM) soll sich strukturell weiterentwickeln und im Hinblick auf die neue EU-Förderperiode künftig auch auf europäischer Ebene aktiver werden. Darüber bestand zwischen den politischen Vertretern der sieben EDM-Mitgliedsregionen, die am Mittwoch im tschechischen Telč (Region Vysočina) tagten, Einigkeit.

Ein wichtiges Thema bleibt dabei die mögliche Gründung eines Europäischen Verbundes für Territoriale Zusammenarbeit (EVTZ). Dieser würde der Europaregion Donau-Moldau eine eigene Rechtspersönlichkeit verleihen und die Beantragung von Fördermitteln für grenzüberschreitende Projekte im Rahmen der drei Länder umfassenden Europaregion erleichtern. Gemäß dem Oberpfälzer Bezirkstagspräsidenten Franz Löffler stehen einem EVTZ bilaterale Kooperationen zwischen den Regionen nicht entgegen, sondern hätten innerhalb der EDM genauso ihren Stellenwert und würden sogar vereinfacht.

Vertreter der Europaregion hatten sich bereits Anfang Mai in Brüssel über die Ausgestaltung der EU-Förderperiode 2021 bis 2027 und über die Vorteile eines Europäischen Verbundes für Territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) informiert. „Ein EVTZ bietet uns umfassende Gestaltungsspielräume, ist mit überschaubarem Aufwand zu realisieren und kann uns in der neuen Förderperiode einen entscheidenden Mehrwert bringen. Diese Chance sollten wir nicht ungenutzt lassen“, so Löffler und sein niederbayerischer Amtskollege Dr. Olaf Heinrich. Beide sprachen sich daher für weiterführende Beratungen in Richtung eines EVTZ aus.

Auch sonst will sich die Europaregion in den kommenden Jahren verstärkt zukunftsrelevanten Themen widmen. Im Fokus sollen dabei wirtschaftliche Fragestellungen und der demographische Wandel stehen. Angedacht sind unter anderem Maßnahmen im Bereich Digitalisierung und Fachkräftesicherung, Industrie 4.0, Energieversorgung und Energiestabilität sowie für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. Mit Seminaren und Fachveranstaltungen soll zudem der für die gesamte Region relevante Strukturwandel in der Automobilindustrie begleitet werden, um kleine und mittelständische Zuliefererbetriebe frühzeitig für künftige Herausforderungen zu sensibilisieren.

Bezirkstagspräsident Löffler betont, dass es sich hierbei um bedeutende Aufgaben für die Europaregion handelt: „Wir sind eine wirtschaftsstarke Region im Herzen Europas, die mit vielen innovativen kleinen und mittelständischen Unternehmen punkten kann. Umso wichtiger ist es, sich jetzt gemeinsam für künftige Entwicklungen wie die zunehmende Digitalisierung zu rüsten und die Wirtschaft bei diesem Prozess zu begleiten.“

Neben wirtschaftlichen Fragen strebt die Europaregion an, Akzente in Tourismus, Bildung und Sprache zu setzen. Auf der Agenda stehen gemeinsame Schul- und Studentenprojekte, die Bewerbung der grenzüberschreitenden touristischen Infrastruktur und Sprachangebote für Jugendliche und Arbeitnehmer. Das politische Präsidium kam überein, dass alle vorgeschlagenen Maßnahmen in den kommenden Monaten detailliert ausgearbeitet und weiter konkretisiert werden sollen.

Nächstmalig tritt das Präsidium der Europaregion im September 2018 zusammen.