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Böhmische Gitarrenmusik ‒ eine Hommage an den Komponisten Rudolf Leberl

REGENSBURG. Am Samstag, 9. Juni gibt der Gitarrist Fabian Hinsche ein dem Komponisten Rudolf Leberl gewidmetes Solorecital in der Regensburger Weinschenkvilla, Hoppestraße 6. Beginn der Veranstaltung des Sudetendeutschen Musikinstituts (Bezirk Oberpfalz) ist 20 Uhr.

Rudolf Leberl wurde 1884 in Hochsemlowitz im Böhmerwald (bei Bischofteinitz) geboren und ließ sich in Budweis, Prag und Wien als Lehrer und Komponist ausbilden. Von 1922 an wirkte er als Musikpädagoge in Budweis und Prachatiz. Nach der Okkupation Böhmens durch die Nationalsozialisten zog er sich ins Privatleben zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte er nach Sulzbach bei Regensburg; dort ist er 1952 gestorben.

Leberl hinterließ ein umfangreiches kammermusikalisches Werk mit Bevorzugung der (Solo-) Gitarre. Er liebte es, mit der Gitarre durch die böhmischen Wälder zu streifen, Stimmungen, Augenblicke und Landschaften auf sich wirken zu lassen und gleichsam mit seinem Instrument einzufangen. Das Ergebnis sind mehr als einhundert Gitarrenstücke, die er zu größeren Werksammlungen bündelte. Bis dato liegen diese Sammlungen fast ausschließlich in Handschriften vor und werden derzeit vom Sudetendeutschen Musikinstitut als Gesamtausgabe ediert. Als Meister der kleinen Form schließt Leberl an die Tradition des lyrischen Klavierstücks der Romantik an, die er auf ebenso originelle wie idiomatische Weise auf die Gitarre überträgt. Dabei klingt häufig Böhmisches an, vor allem in den sehr wandlungsfähigen Ländler-Tonfällen. Anderes erinnert, eher unaufdringlich, an Schumann, Mendelssohn und Grieg.

Bestand lange Zeit die Neigung, Leberls Schaffen als epigonal abzutun, wird es inzwischen in seiner ganz eigenen Qualität und Ausdruckskraft entdeckt. Bahnbrechend ist die vor einigen Jahren von Fabian Hinsche beim Label Naxos vorlegte Doppel-CD mit den Solo-Gitarrenwerken Leberls. Hinsche, einer der heute profiliertesten deutschen Gitarristen, setzt sich aus Überzeugung für das vergessene Gitarren-Originalrepertoire des 19. und 20. Jahrhunderts ein. Bei seinem Regensburger Recital wird er den Stücken Leberls, die im Zentrum des Abends stehen, Werke seiner aus (Österreichisch-) Galizien stammenden Generationskollegen Artur Johannes Scholz (1883‒1945) und Ferdinand Rebay (1880‒1953) zur Seite stellen.

Karten zum Preis von 15 Euro (ermäßigt 10 Euro) im Vorverkauf beim Bezirk Oberpfalz, Ludwig-Thoma.-Str. 14, Regensburg (zu den Öffnungszeiten Montag bis Donnerstag 8 bis 16 Uhr sowie Freitag 8 bis 12 Uhr) und an der Abendkasse,.