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So funktioniert Zusammenarbeit

 

WÖLLERSHOF/REGENSBURG. Sie ist gerademal ein Jahr alt und hat schon eine namhafte Auszeichnung erhalten: Die Ende April letzten Jahres unterzeichnete Kooperationsvereinbarung zwischen dem Bezirk Oberpfalz, den medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz (medbo) und der Agentur für Arbeit in Weiden wurde im März dieses Jahres mit dem 1. Preis der Bundesagentur für Arbeit – Regionaldirektion Bayern – in der Kategorie „Vernetzung“ prämiert.

Ziel der Vereinbarung ist es, die Abläufe an den gemeinsamen Schnittstellen der beteiligten Organisationen zu optimieren und psychisch erkrankten Menschen – sei es als Patient im Bezirksklinikum Wöllershof oder als Kunde der Arbeitsverwaltung – den zeitnahen Wiedereinstieg in Arbeit zu erleichtern beziehungsweise drohenden Arbeitsplatzverlust zu vermeiden.

„Wir sind hier durchaus innovativ unterwegs, und ich freue mich, dass dieser Weg Anerkennung findet“, hob Bezirkstagspräsident Franz Löffler nun hervor. Schließlich gehe es darum, den betroffenen Menschen zu zeigen: „Wir lassen sie nicht allein. Denn wenn man keine Arbeit hat, merkt man erst, wie wichtig sie ist.“

Die Statistik belegt, dass bei Arbeitslosigkeit die Zahl der psychischen Erkrankungen ansteigt. „Arbeitsberater sind aber keine Psychologen oder Ärzte, und so suchten wir Kooperationspartner, die uns helfen, mit unseren Kunden umzugehen“, erläuterte Thomas Würdinger, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Weiden. In den Experten der medbo-Klinik in Wöllershof hat man diesen „fachlich hervorragenden“ Partner gefunden. Auch die Mitarbeiter der Bezirkssozialverwaltung werden in die Zusammenarbeit eingebunden. Der Bezirk Oberpfalz ist als Träger der Eingliederungshilfe für den Personenkreis der psychisch Kranken und Suchtkranken zuständig.

Mit Hilfe der Kooperation ist es möglich, Patienten bereits im Bezirksklinikum Wöllershof und damit noch während der medizinischen Behandlung durch Mitarbeiter der Arbeitsverwaltung zu beraten und zu unterstützen. Damit kann sich die Dauer der Arbeitslosigkeit wesentlich verringern oder bestenfalls Arbeitslosigkeit sogar vermieden werden.

Die Kooperation dient daneben auch dem gegenseitigen Wissenstransfer: Mitarbeiter der Agentur für Arbeit und der Jobcenter in der nördlichen Oberpfalz werden von Fachleuten des Bezirksklinikums Wöllershof geschult, um psychische Erkrankungen ihrer Klienten zu erkennen. Personal der Klinik und der Bezirkssozialverwaltung erhalten wiederum Einblick in die Arbeitsweise und Strukturen der Arbeitsverwaltung.

Dr. Markus Wittmann, Ärztlicher Direktor des Bezirksklinikums Wöllershof, begrüßte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit zwischen den Partnern, schließlich steigere sich so „die Wirksamkeit sozialtherapeutischer Bemühungen unserer Klinik“.

Die prämierte Kooperationsvereinbarung aus der nördlichen Oberpfalz dient nun als Vorbild für Vernetzungen auch in anderen Regionen Bayerns. Auch deutschlandweit ist sie eines der wenigen Beispiele für hervorragende Zusammenarbeit zwischen Eingliederungshilfe und Arbeitsverwaltung.