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Wenn der Sägebock sprechen könnte…

SCHWANDORF. Schwergewichtig und gleichzeitig filigran bis in die feinste Maserung steht er im Raum, der von der Künstlerin Sabine Neumann in Bronze gegossene Sägebock ihres Großvaters. Bezirkstagspräsident Franz Löffler sprach bei der Eröffnung der Ausstellung Sammlung Bezirk Oberpfalz offen über seine Sympathie für dieses für die Kunstsammlung des Bezirks neu erworbene, vielschichtige Kunstwerk. Mit  "Großvaters Sägebock" hat die Künstlerin auch eine Erinnerung ihrer Kindheit festgehalten und in einem mehrstufigen Arbeitsprozess vom Abdruck bis zum fertigen Bronzeguss künstlerisch bearbeitet. "Noch vor dem Frühstück und Großvaters Kirchgang wurde immer eine halbe Stunde gesägt", sagte die Künstlerin.  „Der Sägebock hätte viel zu erzählen“, merkte Präsident Löffler an und verwies auf die unglaubliche Entwicklung in der Oberpfalz vom entbehrungsreichen Leben im früheren Armenhaus Europas zur jetzigen Top-Region mit hervorragenden Arbeitsmarktdaten und einer prosperierenden Wirtschaft. „Kunst und Kultur haben diese Entwicklung mitgetragen“, ergänzte Löffler und begründete damit auch den Einsatz des Bezirks Oberpfalz zur Förderung der bildenden Kunst. „Jedes Werk dieser Sammlung macht das das große schöpferische Potential der Oberpfälzer Kunstszene deutlich“, führte Löffler aus. Vor mittlerweile 30 Jahren hat der Bezirk seine Sammlung in die Obhut des damals neu eröffneten Schwandorfer Künstlerhauses gegeben, mittlerweile umfasst die Sammlung 111 Objekte aus dem Bereich Malerei und Grafik sowie 40 Arbeiten aus dem Bereich Plastik und Installation. Seit acht Jahren investiert der Bezirk verstärkt in den Ankauf zeitgenössischer Kunst aus der Oberpfalz, seitdem wurden 56 Werke erworben. Andrea Lamest, Leiterin des Oberpfälzer Künstlerhauses, präsentiert die Neuerwerbungen erstmals in der Jahresschau der Sammlung Bezirk Oberpfalz, die Ausstellung ist bis zum 25. März im Schwandorfer Künstlerhaus zu sehen.

Die weit über die Oberpfalz hinaus anerkannte Künstlerin Maria Maier hat den Farbreichtum von Blumen und Blüten erforscht, die angekauften drei Bilder aus dem Werkkomplex „Blütezeit“ sind Fotografien, die mit Temperafarben übermalt und bildlich abstrakt gestaltet wurden. Der im russischen Sotschi geborene und in Schwarzhofen lebende Holzbildhauer Vasily Plotnikow bearbeitet Hartholz von Obstbäumen mit der Kettensäge und schafft daraus feingliedrige Skulpturen wie das erworbene Werk "Rückgrat", das gleichzeitig Stärke und Sensibilität verkörpert. „Kunst aus der Oberpfalz zeichnet sich aus durch Einfallsreichtum und Qualität“, stellte Löffler fest. Wer Kunst nur in den Ballungszentren verorte, sei auf dem falschen Weg. Andrea Lamest würdigte das Engagement des Bezirks Oberpfalz auch als wertvollen Beitrag für eine offene und demokratische Gesellschaft. „Mit seinem Einsatz für Kunst und Kultur stärkt der Bezirk den Standort Oberpfalz“, bekräftigte sie.

Hinter dem Werk Großvaters Sägebock: Bezirkstagsprasident Franz Löffler (3.v.re.) mit Bezirksrat Richard Gaßner, dem Künstler Vasiliy Plotnikov, 2. Bürgermeisterin Urike Roidl, Künstlerin Sabine Neumann, Künstlerhaus-Leiterin Andrea Lamest, Bezirkstagsvizepräsident Volker Liedtke und Bezirksrat  Dr. Thomas Brandl (v. li. n. re.)