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Kulturpreis 2017 geht an Musikkapelle Ursensollen, Kunstverein Weiden und Theatergruppe St. Anton Regensburg

 

WÖLLERSHOF/REGENSBURG. Die Musikkapelle Ursensollen (Kreis Amberg-Sulzbach), der Kunstverein Weiden und die Theatergruppe St. Anton aus Regensburg sind die diesjährigen Träger des Kulturpreises des Bezirks Oberpfalz.

Der Denkmalpreis 2017 geht an das Böhmerwaldhaus in Stadlern (Kreis Schwandorf), das Michaela Gottmeier vor dem Verfall gerettet hat.

Der Jugend-Kulturförderpreis wird heuer an das Projekt „Teeniegruppe im Generationennetzwerk Berngau“ (Kreis Neumarkt i. d. OPf.), an das junge Vokalensemble „Vox Aeterna“ e.V. aus Amberg und an das Projekt „Spitalkirche Neunburg – Erlebnisraum-Lichtraum-Denkraum“ der Kunstklasse der Gregor-von-Scherr-Realschule in Neunburg v. Wald (Kreis Schwandorf) verliehen.

Diese Entscheidungen fielen heute einstimmig in der Sitzung des Kulturausschusses des Bezirkstags der Oberpfalz im Teichwirtschaftlichen Beispielsbetrieb Wöllershof unter Vorsitz von Bezirkstagspräsident Franz Löffler, der sich über die sehr vielen und hervorragenden Bewerbungen und Vorschläge in allen Kategorien freute: „Dies spricht für eine lebendige Kulturszene in der Oberpfalz.“

In der Kategorie „Blaskapellen/Blasmusik“ geht der Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz an die Musikkapelle Ursensollen. Sie hat mit ihrer engen und kontinuierlichen Einbindung ins kommunale Kulturleben und durch ihre intensive Jugendarbeit, die bereits bei der musikalischen Früherziehung der Jüngsten ansetzt, überzeugt: Von den über 90 Aktiven sind derzeit 55 noch nicht volljährig. In Wertungsspielen erringen die verschiedenen Besetzungen regelmäßig die höchste Auszeichnung, die gemeinsam mit dem ausgewogenen Klang, der hohen Präzision, der klaren Artikulation und der sauberen Intonation für die sehr hohe musikalische Qualität der Musikkapelle Ursensollen spricht.

Der Kunstverein Weiden erhält den Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz in der Kategorie „Galerien“. Er sei das Sprachrohr für zeitgenössische Kunst in Weiden und darüber hinaus, erläuterte Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl den Vorschlag. Der Kunstverein Weiden bereichert nachdrücklich das Kulturleben Weidens und der gesamten nördlichen Oberpfalz. Mit rund 300 Ausstellungen regionaler und überregionaler Künstler versteht sich der Kunstverein als Vermittler von Gegenwartskunst mit deutlich grenzüberschreitendem Profil sowie als Teil eines Kultur-Netzwerks, in das man sich aktiv einbringt. Auch jungen Künstlern werde hier die Chance gegeben, ihre Werke zu zeigen.

Im Bereich „Theatervereine/Theatergruppen“ fiel die Entscheidung auf die Theatergruppe St. Anton aus Regensburg. Das ambitionierte Laientheater bringt seit 35 Jahren immer wieder „große Stücke“ mit professionellem Bühnenbild und Livemusik auf die Bühne. Besonders beeindruckte die Jury, dass kein Eintritt verlangt wird, sondern die Spenden an soziale Einrichtungen gehen. Außerdem arbeiten hier vor und hinter der Bühne Menschen mit und ohne körperlicher und geistiger Behinderung zusammen.

Alle drei Preisträger dürfen sich über jeweils 3.500 Euro freuen.


Der mit 5.000 Euro dotierte Denkmalpreis des Bezirks Oberpfalz wird dieses Jahr an das Böhmerwaldhaus in Stadlern verliehen. Dabei handelt es sich um ein ehemaliges Wohnstallhaus aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Halbwalmdachbau und verputzten Giebelblockbau. Es zählt zu den letzten Exemplaren des früher im oberpfälzisch-tschechischen Grenzgebiet weit verbreiteten Typus des Böhmerwaldhauses. Mit viel Eigenleistung renovierte es Michaela Gottmeier auf vorbildliche Art und stellte den Originalzustand weitgehend wieder her - sogar die Innenausstattung erfolgte mit Möbeln aus dem Altbestand. Als Ferienhaus wird das Gebäude nun auch einer sinnvollen Nutzung zugeführt, was durchaus Vorbild für vergleichbare Haustypen im Bayerischen und Oberpfälzer Wald sein könne.

Bezirkstagspräsident Franz Löffler zollte allen großen Respekt, die sich denkmalgeschützter Gebäude annehmen.

Der Jugend-Kulturförderpreis 2017 geht im Bereich Soziokultur an das Projekt „Teeniegruppe im Generationennetzwerk Berngau“. Dabei lernen die Jugendlichen, sich mit eigenen Projektideen am gesellschaftlichen und kulturellen Leben in ihrer Gemeinde zu beteiligen und sich einzubringen. So sind die Jugendlichen zum Beispiel auch auf dem Weihnachtsmarkt aktiv und binden dabei Senioren und Menschen mit Behinderung mit ein. Das Projekt wirkt für eine Weiterentwicklung des gesellschaftlichen Zusammenhalts der Gemeinde Berngau.

Im Bereich künstlerisch-ästhetisches Handeln hat das junge Vokalensemble „Vox Aeterna“ e.V., bestehend aus zwölf ehemaligen Schülern des Max-Reger-Gymnasiums Amberg, mit seinem hohen sängerischen Niveau und der stilistischen Bandbreite des Repertoires – von mehrchöriger Alter Musik bis hin zu Interpretationen moderner Musik – überzeugt. Die Gruppe ist in der Region Amberg inzwischen zu einer festen musikalischen Größe herangereift. Zwei- bis dreimal im Jahr zeigen die jungen Leute ihr Können in Form von Benefizkonzerten für einen guten Zweck.

Im Bereich Soziokultur und künstlerisch-ästhetisches Handeln sicherte sich das Projekt „Spitalkirche Neunburg – Erlebnisraum-Lichtraum-Denkraum“ den Preis. 18 Schüler der Kunstklasse der Gregor-von-Scherr-Realschule in Neunburg v. Wald rückten mit einer Rauminstallation die in Vergessenheit geratene kleine Spitalkirche wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Ziel des Projekts war es, neue Nutzungsideen für das brachliegende Denkmal zu finden. Das Projekt zeigt, wie sich junge Menschen vorbildlich um ihre Heimatstadt bemühen.

Die drei Preisträger des Jugend-Kulturförderpreises erhalten jeweils 1.000 Euro.

 

Der Jugend-Kulturförderpreis sollen noch im Juli verliehen werden, die beiden anderen Preise im Herbst.