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Ausbau des Sprachangebots als zentraler Baustein

 Wie gestaltet sich die inhaltliche Arbeit der Europaregion in den kommenden Jahren? Mit dieser zentralen Frage beschäftigten sich die Mitglieder des politischen Präsidiums der Europaregion Donau-Moldau (EDM), das am Mittwoch unter dem Vorsitz des niederbayerischen Bezirkstagspräsidenten Dr. Olaf Heinrich in Schloss Freudenhain in Passau tagte. Unter den Teilnehmern bestand Einigkeit, dass der Ausbau des Sprachangebots für Deutsch und Tschechisch der wesentliche Baustein für das weitere Zusammenwachsen des gemeinsamen Wirtschafts- und Lebensraumes Bayern-Österreich-Tschechien sei. Die Europaregion will sich deshalb in Zukunft verstärkt dem Thema „Sprachoffensive“ widmen und hierfür bereits in der zweiten Jahreshälfte 2017 erste Maßnahmen umsetzen. Vorgesehen sind Stipendien für Studierende, die an einer Hochschule oder Universität in der Europaregion ein Gastsemester verbringen möchten, Kontaktseminare für deutsche, österreichische und tschechische Schulen, Assistenzunterricht innerhalb der EDM für künftige Sprachlehrer, der Druck von Sprachmaterialien sowie ein Sprachgipfel, der im Oktober 2017 stattfinden wird. All diese Maßnahmen werden aus dem gemeinsamen Budget der Europaregion finanziert und sollen einen Beitrag zur stärkeren Beschäftigung mit der jeweiligen Nachbarsprache leisten.

Der Oberpfälzer Bezirkstagspräsident und Chamer Landrat Franz Löffler möchte jedoch noch einen Schritt weitergehen und auch das Sprachangebot an den Schulen im grenznahen Raum ausbauen. Er schlug deshalb vor, die zuständigen Landesministerien in Bayern, Österreich und der Tschechischen Republik zu kontaktieren und dort gemeinsam eine Initiative zur Einführung von Wahlpflichtfächern für Deutsch und Tschechisch zu starten. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen und soll zeitnah umgesetzt werden. „Wir haben es nach 27 Jahren noch nicht ausreichend geschafft, die Sprache des Nachbarn in der Bevölkerung zu verankern. Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt die richtigen Schritte beim Thema Sprache setzen und diese zielstrebig verfolgen“, so Löffler.

Weiterhin kamen die Präsidiumsmitglieder überein, sich ab 2018 verstärkt auf so genannte Leitthemen zu konzentrieren. Diese sollen die strategische Entwicklung der Europaregion unterstützen und über mehrere Jahre mit verschiedenen Maßnahmen umgesetzt werden. Im Vordergrund stehen zunächst die Stärkung und Bewerbung des gemeinsamen Wirtschaftsraumes sowie die Etablierung einer attraktiven Region für junge und ältere Menschen, um dem demographischen Wandel zu begegnen und einer Abwanderung in die Metropolen entgegenzuwirken. In den Verwaltungsgremien der EDM werden in den kommenden Monaten Vorschläge erarbeitet, mit denen diese Vorhaben ausgestaltet werden können.

Klar ist allerdings auch, dass die inhaltliche Verlagerung auf Leitthemen gewisse organisatorische Veränderungen für die Europaregion mit sich bringen und weitere Ressourcen, sowohl finanzieller wie auch personeller Art, erfordern wird. Gemäß Franz Löffler geht es nach fünf Jahren gemeinsamer Arbeit dabei um nichts weniger als eine Strukturdebatte, die von allen Mitgliedsregionen ein deutliches Bekenntnis zur EDM erfordert: „Wer eine starke Europaregion will, die den umliegenden Metropolen auf Augenhöhe begegnen kann, muss hierfür auch die entsprechenden Kapazitäten schaffen.“ 

Nächstmalig wird das Präsidium der Europaregion Donau-Moldau im September in Bayerisch Eisenstein zusammentreten. Dann soll auf Basis der bis dahin erarbeiteten Konzepte und Vorschläge die künftige Entwicklung der Europaregion weiter konkretisiert werden.