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Bezirk Oberpfalz, Arbeitsverwaltung und Jobcenter stärken die Prävention für psychisch erkrankte Menschen

WÖLLERSHOF (LANDKREIS NEUSTADT A.D. WALDNAAB). Der Bezirk Oberpfalz, das medbo-Bezirksklinikum Wöllershof, die Agenturen für Arbeit Schwandorf und Weiden sowie die Jobcenter der Nordoberpfalz intensivieren ihre bisherige Zusammenarbeit für psychisch erkrankte Menschen in der Region. Diese Zielsetzung verfolgt die neue Kooperationsvereinbarung, die von den Vertretern der Institutionen im Kuppelsaal des Bezirksklinikums Wöl-lershof unterzeichnet wurde. Die Vereinbarung will den intensiven Austausch, die gegenseitige Fortbildung und Zuarbeit in den Arbeitsagenturen und Jobcenter mit den medizinischen Fachleuten im Bezirksklinikum Wöllershof ausbauen. Patienten der Klinik Wöllershof können in Zukunft bereits auch während ihres stationären Aufenthalts die Beratung der Jobcenter nutzen.

„Die hervorragende wirtschaftliche Entwicklung der Oberpfalz zeigt, dass der Bedarf an Arbeitskräften enorm ist“, sagte Bezirkstagspräsident Löffler und lobte die Vereinbarung als weiteren Schritt zur Professionalisierung in der Beratung und Betreuung psychisch beeinträchtigter Arbeitnehmer. 28 Prozent aller Reha-Maßnahmen liegen psychische Probleme der Arbeitsnehmer zu Grunde. „Arbeit kann krank machen, aber auch einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheit und Gesundung der Menschen beitragen“, stellte Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf fest. „Die in der Kooperationsvereinbarung festgelegten Maßnahmen dürften zumindest in Bayern bisher einmalig sein“, hob Thomas Würdinger, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Weiden hervor. Dr. Markus Wittmann, ärztlicher Direktor des medbo-Bezirksklinikums Wöllershof, sieht den Menschen zunehmenden Ängsten ausgesetzt, ob er den rasanten Veränderungen in der Berufswelt von heute Stand halten kann: „Der Mensch ist keine Maschine“, machte der Arzt klar. Nicht nur der Einzelne, sondern die Gesellschaft müsse eine Perspektive entwickeln, um dieser Realität Rechnung zu tragen, führte Wittmann aus. Die Zunahme psychischer Auffälligkeiten und Suchterkrankungen sieht auch Sonja Schleicher, Geschäftsführerin des Jobcenters in der Stadt Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach. Die Jobcenter Weiden-Neustadt, Tirschenreuth, Landkreis Schwandorf sowie Stadt Amberg und Landkreis Amberg-Sulzbach versorgen über 12.600 erwerbsfähige Hilfsbedürftige. „In unsere Unterstützungsangebote beziehen wir aber das ganze Lebensumfeld der Menschen mit ihren Familien mit ein, das sind über 17.000 Menschen“, sagte Schleicher. Die neue Kooperationsvereinbarung ist aus ihrer Sicht ein wichtiger Schritt, um dem erkrankten Menschen „passgenaue Unterstützung anzubieten, so dass er in der Gesellschaft und im Arbeitsleben wieder Fuß fassen kann“.