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„Wie klingt die Oberpfalz in Wöllershof?“

WÖLLERSHOF (LANDKREIS NEUSTADT A.D. WALDNAAB). Kann ein Oberpfälzer nur übers Gehör seine Region anhand von Geräuschen, Klängen und Sprache erkennen?  

Das können die Besucher des medbo-Bezirksklinikums Wöllershof nun selber ausprobieren und erfahren: Bezirkstagspräsident Franz Löffler und medbo-Vorstand Dr. Dr. Helmut Hausner eröffneten gemeinsam die Ausstellung „Wie klingt die Oberpfalz?“ im Foyer des Bezirksklinikums Wöllershof. Die Ausstellung der Kultur- und Heimatpflege des Bezirks Oberpfalz ist für Besucher und Patienten zu den üblichen Kliniköffnungszeiten bis zum 23. Juni 2017 geöffnet.

„Das Bezirksklinikum Wöllershof wird von den Menschen in der Region als ‘unser‘ Krankenhaus angenommen“, sagte Bezirkstagspräsident Franz Löffler. Deshalb passe das Ausstellungsthema Heimat und regionale Identität hervorragend zum Angebot des Bezirksklinikums für Besucher und Patienten. „Die Ausstellung fordert dazu auf, die Heimat nicht aus dem Blick zu verlieren“, sagte Löffler. Denn Heimat vermittle Werte, die auch im weltweiten Kontext Rückhalt und Kraft gäben, ergänzte er.

 „Die Welt der Worte und Klänge spielen eine wichtige Rolle im medizinisch-therapeutischen Prozess“, betonte medbo-Vorstand Dr. Dr. Hausner. „Auch beim Sprechen entstehen Klänge und vermitteln gerade im Dialekt ein Gefühl für Heimat“, ergänzte er und wies darauf hin, dass Oberpfälzer Dialekt wie zum Beispiel das „ou“ über Auswanderer nach Sibirien im regional gefärbten Russisch hörbar seien.

 „Wie klingt die Oberpfalz?“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universität Regensburg und zweier Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz: der Bezirksheimatpflege und der Fachakademie für Raum- und Objektdesign in Cham.

35 Studenten der Vergleichenden Kulturwissenschaft und der Medieninformatik der Universität Regensburg hatten sich 2013 mit zehn Studierenden der Fachakademie für Raum- und Objektdesign in Cham zusammengetan, um die Oberpfalz in ihren Klängen darzustellen. Die Ausstellungsmacher haben die gefundenen Klänge auf neun Themenfelder konzentriert, in denen sich die Alltagskultur der Oberpfalz abbildet: Sprache, Grenzen, Ernährung, Arbeiten, Freizeit, Wohnen und Familie, Bräuche, Musik sowie Natur. Als nächster Schritt wurden diese Themen dann mit Klängen, Geräuschen oder Klangcollagen „untermalt“. Die Studierenden der bezirkseigenen Fachakademie für Raum- und Objektdesign. schufen Klangboxen, in die der Besucher im wörtlichen Sinne „eintauchen“ muss, um über eine Lichtschranke die jeweilige Klangwelt zum Hören zu bringen. Ergänzt werden die Klangboxen von multimedialen Elementen wie Texttafeln, Spielen und einen Film. Zusätzliche Hintergrundinformationen zu den einzelnen Themen liefert darüber hinaus ein Libretto, das als Leitfaden durch die Ausstellung dient.

Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl beim letzten Soundcheck an der Klangbox.

„Die Ausstellung ist eine Wanderausstellung und kein Museum der Oberpfalz“, sagte Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl und betonte den direkten und niedrigschwelligen Zugang zu den dargestellten Themen. Nach mittlerweile neunzehn Stationen in der gesamten Oberpfalz überquert „Wie klingt die Oberpfalz?“ Ende Juni erstmals die bayerische Landesgrenze und wird im benachbarten Tschechien in der Universitätsbibliothek der Stadt Pilsen präsentiert. „Aber das Wichtigste ist jetzt: Den Kopf in die Box stecken!“ appellierte Dr. Appl an die ersten Besucher in Wöllershof.