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Bezirk Oberpfalz, Stadt und Landkreis Regensburg stärken das Hilfsangebot für Menschen mit Drogensucht

REGENSBURG. „DrugStop AKUT“ nennt sich der neue Kontaktladen, der Anfang Mai in der Nähe des Regensburger Hauptbahnhofs den Probebetrieb aufgenommen hat. „Kontakt zu uns eröffnet die Chance für fachlich professionelle Hilfe beim Ausstieg aus dem Drogenkonsum“, sagt Marion Hoffmann-Plank, Vorstand und Geschäftsführerin der
DrugStop Drogenhilfe Regensburg e.V.

Die offizielle Eröffnung des neuen Kontaktladens ist für Ende September geplant. Der Bezirk Oberpfalz bezuschusst die neue Einrichtung mit Sach- und Personalkosten in Höhe von rund 160.000 Euro jährlich, Stadt und Landkreis Regensburg sind mit rund 150.000 Euro mit im Boot.
Die neue Anlaufstelle für Menschen mit Drogenproblemen sorgt für einen echten Qualitätssprung in der Arbeit des seit dem Jahr 2000 engagierten Vereins. Bisher mussten die DrugStop-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Beratung und praktische Hilfsangebote für konsumierende Drogenabhängige in einem einzigen Raum in der Regensburger Obermünsterstraße leisten. Der neue Kontaktladen bietet Räume für gemeinsames Kochen, Handwerken, Gespräche in ruhiger Atmosphäre, Wäsche waschen, Körperpflege und viel Gelegenheit zur Arbeit im Garten. „Wir schaffen damit gerade für Menschen mit Drogensucht eine eminent wichtige Tagesstruktur“, führt Dr. Willi Unglaub, DrugStop-Vorstand und Suchtmediziner am Regensburger Bezirksklinikum aus. Beim gemeinsamen Tun kann so aus der ersten Kontaktaufnahme Vertrauen wachsen. Im besten Fall entdecken die Menschen mehr Sinn am Leben und beginnen in Selbstverantwortung ihr Leben Schritt für Schritt wieder in die Hand zu nehmen. „Wir müssen die Menschen aber da abholen, wo sie stehen!“ betont der Facharzt. Das bedeutet, dass der Kontaktladen auch offen ist für Menschen, die akut unter Drogen stehen. Strikt verboten ist der Konsum in den Räumen. Bei Missachtung dieser Regel wird von den insgesamt acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses sofortiges Hausverbot ausgesprochen. „Das war in den letzten zweieinhalb Jahren nur in einem Fall notwendig“,  sagt Maria Heilmeier, Leiterin des neuen Kontaktladens.

Bis zu dreißig Personen kommen bisher zu den Öffnungszeiten an Werktagen vorbei, Tendenz stetig steigend. „Zu uns kommen Menschen aus der gesamten Oberpfalz“, betont Heilmeier. Aus Polizeisicht ist Regensburg zentraler Ort des Drogenkonsums in der Oberpfalz, die Hilfestrukturen sind in Regensburg aber auch am Weitesten entwickelt. Langfristig sieht Dr. Willi Unglaub die Notwendigkeit, über die medbo-Bezirkskliniken Regensburg und Wöllershof hinaus, die Hilfe für Menschen mit Suchtproblemen in allen Regionen der Oberpfalz auszubauen. In Regensburg hat sich mit dem Fachpersonal von DrugStop Drogenhilfe e.V. in enger Zusammenarbeit mit dem medbo-Bezirksklinikum, dem Streetworker von Caritas, anderen Hilfeträgern wie den Jugendämtern, und auch der Polizei ein über die Jahre gewachsenes wirksames Netzwerk etabliert. Die gute Zusammenarbeit zeigt sich auch daran, dass die örtliche Polizei die bei Kontrollen aufgegriffenen drogensüchtigen Menschen direkt an den neuen Kontaktladen verweist. Für Dr. Benedikt Schreiner, Leiter der Bezirkssozialverwaltung, leisten der Bezirk Oberpfalz, die Stadt und der Landkreis Regensburg mit der Förderung des neuen DrugStop-Kontaktladens einen weiteren wichtigen Schritt, um über professionelle Hilfe den Menschen mit Drogensucht den Weg zurück in die Gesellschaft möglich zu machen.